Ich kann es gar nicht richtig begreifen, aber ja, es ist nun schon genau ein Jahr her, dass wir in der Pränataldiagnostik saßen und uns der schlimme Verdacht mitgeteilt wurde. Und im Moment häufen sich solche Daten. Ich bin nun in der 29. Schwangerschaftswoche. Vor zwei Tagen war der Tag der Schwangerschaft, an dem ich Johann entbunden hatte, vor drei Tagen der, an dem er von uns gehen musste. Dass wir gerade im Urlaub sind, erinnert mich an unseren letzten Urlaub mit Johann. Gerade ist es einfach wirklich unglaublich nah und präsent und dass Johann bald seinen ersten Geburtstag hat, kommt mir mehr als unrealistisch vor.
In diesem Jahr ist viel passiert. Ich habe etwas überlebt, von dem ich nie dachte, dass ich das kann. Ich weiß noch, wie ich früher oft dachte: "Oh Gott, also wenn mein Kind stirbt, dann will ich auch sterben!" Ich war mir zumindest sicher, dass ich/man mich in diesem Falle einweisen lassen müsste. Das war nicht der Fall. Obwohl ich mich schon für eine eher wehleidige, schwache Person gehalten habe, konnte ich irgendwie dann doch die Ressourcen aufbringen, es so ziemlich unbeschadet zu überstehen. Wobei unbeschadet vielleicht das falsche Wort ist, denn einen Schaden hat es schon angerichtet. Die Narben werden bleiben und weiterhin von Zeit zu Zeit schmerzen, aber das ist okay, ich finde sogar, es wäre seltsam, wäre es nicht so.
Das Jahr hat mich auch verändert. Ich habe Seiten an mir kennengelernt, von denen ich vorher nichts wusste. Ich hatte keine Ahnung wie wütend ich sein kann. Auf ein Schicksal, dass fieser nicht hätte sein können. Auf Personen und Verhaltensweisen, die mir zusätzlichen Schmerz bereitet haben in einer Zeit, in der der Schmerz eh schon kaum zu ertragen war. Aber ich habe dadurch etwas Wichtiges gelernt, nämlich, nicht immer Allem und Jedem mit Verständnis und Nachsicht zu begegnen, schon gar nicht in solch einer Situation. Dadurch ist manch ein Eintrag hier entstanden (ich denke da besonders an einen), der sicher hätte diplomatischer ausgedrückt werden können. Dennoch, obwohl inzwischen Zeit verstrichen ist, kann ich sämtliche Gefühle als wäre es gestern gewesen, nachvollziehen und bin auch irgendwie froh darüber, es eben genau so geschrieben zu haben. Weil es echt ist. Weil es gut tut, es raus zu lassen. Weil ich nicht mehr der Mensch bin, der, egal wie schlecht es ihm geht, alles einfach schluckt nur um des Friedens Willen. Dass Anderen dafür das Verständnis fehlt - gut, damit kann ich leben. Allerdings dann auch sehr gut ohne die Person(en) in meinem Leben.
Was sich noch geändert hat, ist mein Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Ich war schon immer ein Mensch, der viel Zeit für sich brauchte, was möglicherweise auch ein bisschen beruflich bedingt ist. Wenn man sich den ganzen Tag den Mund fusselig redet, ständig irgendetwas schnell entscheiden muss und nicht mal auf der Toilette eine Minute Ruhe hat, weil vor der Tür schon wieder etwas mit Fäusten statt Worten geklärt wird, ist man einfach froh, wenn man nach hause kommt und den Rest des Tages mit sich selbst verbringen kann. Gut, nun war ich ja seit meiner Schwangerschaft mit Johann nicht mehr arbeiten, dieser Aspekt fällt also weg. Trotzdem haben sich meine sozialen Kontakte auf ein Mindestmaß beschränkt. Und das lag nicht etwa daran, dass sich niemand mehr gemeldet hat, plötzlich Freunde "verschwunden" sind, wie man es ja öfter von Menschen in Krisensituationen hört. Ganz im Gegenteil. Ich hatte unglaublich viel Unterstützung, aus dem Weg gegangen wurde mir nicht. Vielleicht auch, weil ich es, wie meine Therapeutin sagt, anderen leicht mache mit mir umzugehen. Ich breche nicht plötzlich in Tränen aus, kann ganz normal darüber sprechen, man kann mich alles fragen und ich freue mich über jegliches Interesse an Johann und allem was damit zu tun hat. Warum die sozialen Kontakte abgenommen haben, lag vor allem Anderen an mir selber. Irgendwie hat es mich angestrengt und das ist auch heute noch so. Egal wie schön und unbeschwert ein Tag mit Familie/Freunden war, wenn ich nach hause komme, bin ich körperlich wie mental komplett im Eimer, zu nix mehr zu gebrauchen und wenn ich danach nicht mindestens einen kompletten Tag habe, den ich auf der Couch verbringen kann, völlig ohne Verpflichtungen, führt das dazu, dass ich unausstehlich werde, mir alles zu viel wird und das sind dann auch die Momente, in denen alles aus mir heraus platzt. Die Trauer sucht sich da irgendwie ihren Weg, bei mir über die Ausgelaugtheit nach sozialen Kontakten. Es wird langsam besser, aber wirklich nur sehr langsam und ich bin auch froh, dass ich momentan wenigstens nicht den Zwang habe, arbeiten gehen zu müssen, das würde mich vollends überfordern. Wie viel davon nun auch schwangerschaftsbedingt ist, weiß ich nicht, aber das spielt sicher mit rein.
Was mir in dem Jahr, besonders am Anfang, wirklich richtig gut getan hat, war die "Arbeit" mit den Flüchtlingskindern und in dem Zusammenhang das Zusammensein mit ein paar bestimmten Menschen, die mir einfach mit ihrer unglaublich herzlichen und liebevollen Art schon unheimlich geholfen haben. Und auch, wenn wir uns jetzt schon zum Teil länger nicht gesehen haben, möchte ich dafür mal Danke sagen! Genauso wie den vielen, eigentlich völlig fremden Menschen aus einem Internetforum, die mit einer riesigen finanziellen Hilfe letztes Jahr der Grund waren, warum unsere Feier für Johann so stattfinden konnte, wie wir uns das vorgestellt hatten. Ich finde das immer noch überwältigend und alles andere als selbstverständlich. Meiner Familie und allen anderen Freunden, die uns auf welche Weise auch immer, unterstützt haben, hier auch noch einmal mein/unser Dank! Dass man so eine heftige Zeit durchstehen kann, ist eigentlich nur mit Unterstützung möglich und ich hoffe, wir können euch dafür irgendwie und irgendwann etwas zurück geben.
Die ein oder andere Person, die sich plötzlich aus meinem Leben entfernt hat, gibt es zwar ganz vereinzelt auch, aber dafür sind andere, tiefere Kontakte entstanden, die die Enttäuschung darüber ein bisschen mindern.
Nun steuern wir mit großen Schritten auf Johanns ersten Geburtstag zu und das wird sicher nochmal eine sehr schmerzhafte Zeit werden. Gleichzeitig freuen wir uns auf die Geburt unserer Tochter im Oktober. Diese Spannbreite an Gefühlen zerreißt mich manchmal förmlich. Derjenige, der das wohl am meisten zu spüren bekommt, ist mein Mann. Und wohl auch die einzige Person, die es schafft mich in solchen Momenten irgendwie wieder zusammenzupuzzeln. Dafür auch mal ein ganz großes Danke! Und, Achtung es wird kitschig: Ich liebe dich unheimlich!
Mittwoch, 20. Juli 2016
Ein Jahr - ein Rückblick
Samstag, 11. Juni 2016
Mal etwas Anderes.
Heute mag ich mal etwas ansprechen, das mir schon eine ganze Weile am Herzen liegt, eigentlich sogar schon seit ich mit Johann schwanger war.
Ich war noch nie jemand, der sich um seine Figur irgendeinen Kopf gemacht hat. Das lag wohl einfach daran, dass ich das Glück hatte, dem gängigen Figurideal zu entsprechen. Nun bin ich schwanger, ich nehme zu und mein Körper verändert sich, soweit ja alles völlig normal und gut. Was ich aber vollkommen unterschätzt habe, ist, dass der Körper einer Schwangeren plötzlich zum Objekt des Interesses sämtlicher Menschen um sie herum wird und welches Ausmaß das annimmt. Das geht soweit, dass einem (sogar fremde) Leute ungefragt an den Bauch fassen. Das blieb mir bisher zum Glück erspart, wohl, weil der Bauch noch nicht so riesig ist, aber fragt mal Frauen, die schon Kinder haben, die ein oder andere wird da sicher was zu erzählen wissen.
Mir geht es heute aber besonders um diejenigen, die denken, sie müssten meine Gewichtszunahme kommentieren, in einer respektlosen Art und Weise, dass mir meist keine passende Antwort dazu einfällt. In meiner Welt war das bisher nämlich einfach so, dass ich dachte, wenn man schwanger ist, nimmt man zu, is' halt so, das weiß doch jeder. Ich wusste nicht, dass man sich dann anhören muss, dass man "richtig dick" im Gesichtt geworden sei und einem "das Füllige" stünde. Ich würde eigentlich gern meine Lockerheit mit diesem Thema beibehalten. Ich bewerte Menschen nicht nach solchen Maßstäben und erwarte das auch von meiner Umwelt. Punkt. Das Problem ist aber, dass ich inzwischen selbst vor dem Spiegel stehe und denke: "Boah, voll fett ey!", obwohl ich weiß, dass meine Gewichtszunahme vollkommen im Rahmen liegt. Und das ärgert mich. Einerseits ärgere ich mich über mich selbst, weil ich die Kommentare nicht einfach überhören kann, obwohl ich es so gern möchte. Andererseits macht es mich wütend, dass sowas überhaupt gesagt wird. Man könnte ja auch einfach etwas Nettes sagen. Und nein, "das Füllige steht dir" ist nicht nett, sondern maximal ein Beispiel für "das Gegenteil von gut ist gut gemeint"! Und wenn einem nix Nettes einfällt, ist es auch nicht schlimm, dann sagt man eben gar nix oder redet übers Wetter.
Ich möchte auch nicht, dass nach der Geburt bewertet wird, wie schnell ich wieder "wie vorher" aussehe und was ich dafür tu oder lasse. Es geht schlichtweg niemanden etwas an. In den Wochen nach der Geburt kann es ja sogar ganz eventuell auch sein, dass man vielleicht andere Sorgen hat.
Wie auch immer, es musste einfach raus jetzt und ich hoffe echt, ich bleibe in nächster Zeit (gerne auch für immer) von solchen Kommentaren verschont. Ich mache mir schon so zu viele Gedanken bezüglich der Schwangerschaft, ich möchte nicht noch zusätzlichen Ballast (haha, Wortwitz) mit mir rumschleppen, nur weil irgendwer denkt, ich hätte zuhause weder Spiegel noch Waage. Wenn ich zu viel oder zu wenig zunehme und meine Ärztin gesundheitliche Bedenken äußert, ist das etwas Anderes. Alle Anderen möchte ich doch bitten, einfach ihre Klappe zu halten, wenn ihnen nix Besserers einfällt.
Ich war noch nie jemand, der sich um seine Figur irgendeinen Kopf gemacht hat. Das lag wohl einfach daran, dass ich das Glück hatte, dem gängigen Figurideal zu entsprechen. Nun bin ich schwanger, ich nehme zu und mein Körper verändert sich, soweit ja alles völlig normal und gut. Was ich aber vollkommen unterschätzt habe, ist, dass der Körper einer Schwangeren plötzlich zum Objekt des Interesses sämtlicher Menschen um sie herum wird und welches Ausmaß das annimmt. Das geht soweit, dass einem (sogar fremde) Leute ungefragt an den Bauch fassen. Das blieb mir bisher zum Glück erspart, wohl, weil der Bauch noch nicht so riesig ist, aber fragt mal Frauen, die schon Kinder haben, die ein oder andere wird da sicher was zu erzählen wissen.
Mir geht es heute aber besonders um diejenigen, die denken, sie müssten meine Gewichtszunahme kommentieren, in einer respektlosen Art und Weise, dass mir meist keine passende Antwort dazu einfällt. In meiner Welt war das bisher nämlich einfach so, dass ich dachte, wenn man schwanger ist, nimmt man zu, is' halt so, das weiß doch jeder. Ich wusste nicht, dass man sich dann anhören muss, dass man "richtig dick" im Gesichtt geworden sei und einem "das Füllige" stünde. Ich würde eigentlich gern meine Lockerheit mit diesem Thema beibehalten. Ich bewerte Menschen nicht nach solchen Maßstäben und erwarte das auch von meiner Umwelt. Punkt. Das Problem ist aber, dass ich inzwischen selbst vor dem Spiegel stehe und denke: "Boah, voll fett ey!", obwohl ich weiß, dass meine Gewichtszunahme vollkommen im Rahmen liegt. Und das ärgert mich. Einerseits ärgere ich mich über mich selbst, weil ich die Kommentare nicht einfach überhören kann, obwohl ich es so gern möchte. Andererseits macht es mich wütend, dass sowas überhaupt gesagt wird. Man könnte ja auch einfach etwas Nettes sagen. Und nein, "das Füllige steht dir" ist nicht nett, sondern maximal ein Beispiel für "das Gegenteil von gut ist gut gemeint"! Und wenn einem nix Nettes einfällt, ist es auch nicht schlimm, dann sagt man eben gar nix oder redet übers Wetter.
Ich möchte auch nicht, dass nach der Geburt bewertet wird, wie schnell ich wieder "wie vorher" aussehe und was ich dafür tu oder lasse. Es geht schlichtweg niemanden etwas an. In den Wochen nach der Geburt kann es ja sogar ganz eventuell auch sein, dass man vielleicht andere Sorgen hat.
Wie auch immer, es musste einfach raus jetzt und ich hoffe echt, ich bleibe in nächster Zeit (gerne auch für immer) von solchen Kommentaren verschont. Ich mache mir schon so zu viele Gedanken bezüglich der Schwangerschaft, ich möchte nicht noch zusätzlichen Ballast (haha, Wortwitz) mit mir rumschleppen, nur weil irgendwer denkt, ich hätte zuhause weder Spiegel noch Waage. Wenn ich zu viel oder zu wenig zunehme und meine Ärztin gesundheitliche Bedenken äußert, ist das etwas Anderes. Alle Anderen möchte ich doch bitten, einfach ihre Klappe zu halten, wenn ihnen nix Besserers einfällt.
Dienstag, 31. Mai 2016
Manchmal fällt mir keine passende Überschrift ein.
Der Bauch wächst und das ziemlich rasant. Irgendwie geht jetzt doch alles so schnell, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass wir ständig unterwegs und kaum zu hause sind. Manchmal wird mir das auch zu viel. Ich merk es oft, wenn wir dann wieder zu hause ankommen und ich wegen Kleinigkeiten heule und den Tag danach komplett verschlafe. Ob das nun an der Schwangerschaft liegt oder einfach an allem, was uns so innerhalb des letzten Jahres passiert ist, weiß ich nicht, aber ich komme sehr schnell an meine Grenzen. Dazu kam dann in den letzten zwei Wochen auch eine größere Anspannung, da uns ja wieder ein großer Organultraschall in der Pränataldiagnostik bevor stand. In den Tagen zuvor war es auch wieder ziemlich ruhig im Bauch, das hat nun nicht gerade dazu beigetragen, dass ich mal ein bisschen gelassener werde. Als ich dann aber im Behandlungsraum auf der Liege lag, wurde wieder kräftig geboxt. Oder getreten? Ich kann das irgendwie noch nicht unterscheiden. Der Arzt war wie immer die Ruhe in Person und erklärte alles ganz genau. Selbst er, der eigentlich den ganzen Tag nix anderes macht, als zu schallen, war ganz verzückt, als die Kleine die Zunge rausstreckte, auf ihrer Hand herumkaute und am Ende nochmal "winkte". Was aber viel wichtiger ist: Es sieht alles gut aus und es gibt überhaupt keinen Anlass zur Sorge! Ende Juli dürfen wir nochmal kommen um ganz sicher zu gehen, dass sich am Herzen nicht doch noch etwas entwickelt hat, wie bei Johann damals, aber das hält der Arzt für nahezu ausgeschlossen.
So ganz langsam kann ich mich nun auch darauf einlassen. Ich merk's vor allem daran, dass ich am liebsten jetzt schon das Kinderzimmer her- und einrichten würde. Sogar ein Babybett ist schon bestellt wurde gerade geliefert, das wäre vor einem Monat noch undenkbar gewesen. Da dachte ich, ich will das alles erst, wenn das Baby da ist.
Und obwohl (oder gerade weil?) die neue Schwangerschaft nun so präsent ist, denk ich in letzter Zeit ganz oft darüber nach, ob ich auch für beide eine gute Mutter sein kann? Waren wir oft genug am Grab? Hab ich oft genug an Johann gedacht oder vernachlässige ich ihn? Klar ist er auch immer irgendwie "da" und egal wohin wir reisen, wir packen immer eine kleine Laterne und genügend Teelichter ein, dass nachts immer ein Licht für ihn brennt. Aber reicht das? Und wie wird ein Kind aufwachsen, das einen so besonderen großen Bruder hat? Welche Einstellung wird es mal zum Leben haben und zum Tod? Welche Einstellung hab ich eigentlich dazu?
Mittwoch, 11. Mai 2016
Fast-Halbzeit.
Nun sind schon wieder einige Wochen vergangen und die Zeit raste quasi an mir vorbei. Es gab immer irgendwas zu tun, wir waren viel unterwegs und nun bin ich plötzlich schon in der 19. Woche. Zwischendrin hatte ich mal ein paar Tage leichte Panik, weil ich das Kind nicht mehr gespürt hab. Aber als wir mit meinen Eltern im Musical saßen und die Musik losging, zappelte es dann doch wieder. Aus Prostest oder Begeisterung - man weiß es nicht!
Gestern hatten wir wieder Vorsorgetermin und ich war das allererste Mal gar nicht angespannt vorher. Ich war sogar gut drauf, obwohl ich sonst schon immer Tage vorher unausstehlich bin. Es war tatsächlich auch alles gut. Kein weißer Punkt am Herzen, keine Arrhythmien im Herzschlag und ein wunderbar vitales Kind (manch einer hat's vielleicht schon bei Instagram gesehen). Und eine Info, die uns natürlich ebenfalls interessiert hat: Es wird ein Mädchen! Johann bekommt also eine kleine Schwester. Irgendetwas sagt mir, dass ich bei einem "Jungs-Outing" nicht so glücklich reagiert hätte. Nicht, weil ich mich nicht darüber gefreut hätte. Es wäre nur einfach näher dran gewesen. So ist der "Abstand" größer, es gibt weniger Vergleichspotential. Das ist natürlich absolut subjektive Wahrnehmung und vielleicht auch schwierig zu erklären, denn im Grunde ist es mir/uns einfach wirklich komplett egal und es klingt so, als würde das der ersten Aussage widersprechen.
Mit Gefühlswirrwarr ging es dann am späten Abend auch weiter. Ich musste aus einem anderen, völlig nichtigen Grund, heulen und plötzlich brach einfach so viel aus mir heraus. Es war Erleichterung, aber auch Trauer und ja, ein schlechtes Gewissen. Wir hatten uns den ganzen Tag über die Neuigkeiten gefreut und schon hatte ich das Gefühl, ich könnte Johann damit verletzen, ihn hintenanstellen. Dieses Gefühl bleibt wohl auch noch ein bisschen und ich könnte mir vorstellen, dass es spätestens zur Geburt so richtig hochkocht. Ich hab so oft in den letzten Wochen den Satz "Jetzt wird alles gut!" gehört. Nein. Es wird nie wieder alles gut werden. Es wird besser, ja. Aber gut? Alles? Das geht gar nicht! Denn dann müsste Johann gesund sein, hier rumkrabbeln und uns anlachen. Das wird aber nie passieren, also kann auch nicht alles gut werden!
Trotzdem. Ich versuche die Schwangerschaft so normal wie möglich zu durchleben. Zum Schwangerschaftsyoga gehe ich nun auch wieder. Auch wenn es mir manchmal schwer fällt, zwischen all den "normal Schwangeren" zu sitzen, die darüber philosophieren, dass da ja heutzutage viel zu viel untersucht wird und man sich dann total verrückt macht, früher hätte es das auch nicht gegeben und es ging auch, ... Ich halte mich aus solchen Gesprächen grundsätzlich raus, zumindest erstmal. Wenn mich jemand fragt, werde ich aber ehrlich antworten. Trotzdem fühl ich mich in solchen Situationen irgendwie deplaziert und es macht mich einfach traurig, dass solche Geschichten wie die von Johann und den unzähligen anderen Sternenkindern für viele Menschen überhaupt nicht existent sind. Aber vielleicht ist das auch so ein ich-rede-mir-ein-dass-nix-passieren-kann-also-passiert-mir-auch-nix-Ding. Das, was wir alle haben. Mit schlimmen Krankheiten, mit Unfällen, ... Manchmal wünsch ich mir etwas von dieser Naivität zurück.
Gestern hatten wir wieder Vorsorgetermin und ich war das allererste Mal gar nicht angespannt vorher. Ich war sogar gut drauf, obwohl ich sonst schon immer Tage vorher unausstehlich bin. Es war tatsächlich auch alles gut. Kein weißer Punkt am Herzen, keine Arrhythmien im Herzschlag und ein wunderbar vitales Kind (manch einer hat's vielleicht schon bei Instagram gesehen). Und eine Info, die uns natürlich ebenfalls interessiert hat: Es wird ein Mädchen! Johann bekommt also eine kleine Schwester. Irgendetwas sagt mir, dass ich bei einem "Jungs-Outing" nicht so glücklich reagiert hätte. Nicht, weil ich mich nicht darüber gefreut hätte. Es wäre nur einfach näher dran gewesen. So ist der "Abstand" größer, es gibt weniger Vergleichspotential. Das ist natürlich absolut subjektive Wahrnehmung und vielleicht auch schwierig zu erklären, denn im Grunde ist es mir/uns einfach wirklich komplett egal und es klingt so, als würde das der ersten Aussage widersprechen.
Mit Gefühlswirrwarr ging es dann am späten Abend auch weiter. Ich musste aus einem anderen, völlig nichtigen Grund, heulen und plötzlich brach einfach so viel aus mir heraus. Es war Erleichterung, aber auch Trauer und ja, ein schlechtes Gewissen. Wir hatten uns den ganzen Tag über die Neuigkeiten gefreut und schon hatte ich das Gefühl, ich könnte Johann damit verletzen, ihn hintenanstellen. Dieses Gefühl bleibt wohl auch noch ein bisschen und ich könnte mir vorstellen, dass es spätestens zur Geburt so richtig hochkocht. Ich hab so oft in den letzten Wochen den Satz "Jetzt wird alles gut!" gehört. Nein. Es wird nie wieder alles gut werden. Es wird besser, ja. Aber gut? Alles? Das geht gar nicht! Denn dann müsste Johann gesund sein, hier rumkrabbeln und uns anlachen. Das wird aber nie passieren, also kann auch nicht alles gut werden!
Trotzdem. Ich versuche die Schwangerschaft so normal wie möglich zu durchleben. Zum Schwangerschaftsyoga gehe ich nun auch wieder. Auch wenn es mir manchmal schwer fällt, zwischen all den "normal Schwangeren" zu sitzen, die darüber philosophieren, dass da ja heutzutage viel zu viel untersucht wird und man sich dann total verrückt macht, früher hätte es das auch nicht gegeben und es ging auch, ... Ich halte mich aus solchen Gesprächen grundsätzlich raus, zumindest erstmal. Wenn mich jemand fragt, werde ich aber ehrlich antworten. Trotzdem fühl ich mich in solchen Situationen irgendwie deplaziert und es macht mich einfach traurig, dass solche Geschichten wie die von Johann und den unzähligen anderen Sternenkindern für viele Menschen überhaupt nicht existent sind. Aber vielleicht ist das auch so ein ich-rede-mir-ein-dass-nix-passieren-kann-also-passiert-mir-auch-nix-Ding. Das, was wir alle haben. Mit schlimmen Krankheiten, mit Unfällen, ... Manchmal wünsch ich mir etwas von dieser Naivität zurück.
Mittwoch, 6. April 2016
Kleine Tritte, große Schritte.
Die letzten Wochen waren der Horror. Abgesehen von meiner körperlichen (nein, die Übelkeit hört leider auch diesmal nicht mit der 12. Woche auf), war es doch auch die psychische Verfassung, die mir zu schaffen machte. Insgesamt eine sehr bescheidene Mischung. Die berühmten zwölf Wochen hatte ich schon vor mehr als einer Woche geschafft, aber anstatt wie andere Schwangere aufzuatmen, hab ich nur tief Luft geholt für den heutigen Tag und vor allem für die Zeit danach bis zum Testergebnis.
Als wir heute die Praxis für Pränataldiagnostik betraten, fühlte ich mich schlagartig in den letzten Sommer zurückversetzt und die sehr lange Wartezeit (etwas mehr als 2 Stunden waren es glaub ich) tat ihr Übriges. Der allerschlimmste Moment kam aber, als wir für wenige Minuten allein in dem Behandlungsraum saßen, in dem wir damals die schlechte Nachricht erhielten. Alles erinnerte daran, das Gefühl, mir würde ein ICE Kreise im Kopf fahren, war sofort präsent und ich musste mich wirklich schwer zusammennehmen und die Tränen unterdrücken, weil ich wusste, dass ich nicht mehr aufhören können würde. Zum Glück kam der Arzt recht bald um den Ultraschall zu machen. Zuvor fragte er uns allerdings mehrmals, ob wir die Chorionzottenbiopsie wirklich machen möchten. Wir bejahten das, woraufhin er uns überraschenderweise davon abriet. Da Johann eine Spontanmutation hatte und wir beide genetisch unauffällig seien, wäre die Gefahr einer Komplikation durch die Untersuchung wesentlich höher als die Gefahr, dass diese Mutation noch einmal auftritt, diese wäre nämlich "gleich null". Irgendwie war ich zuerst ganz schön baff und hab mich seltsam gefühlt. Was das bedeutet, wurde mir nur langsam klar, es hat irgendwie gar nicht in meinen Kopf gepasst. Es war ungefähr so, als hätte man mir versucht beizubringen, Bananen wären blau, wo ich doch weiß, dass sie gelb sind. Ich konnte irgendwie nur "Ja, okay, schön." sagen, wohl wenig überzeugend.
Es folgte ein halbstündiger Ultraschall, den wir, wie bei Johann damals auch, auf einem großen Bildschirm mitverfolgen konnten. Wieder so ein Flashback, Tränen unterdrücken!
Es ist schon erstaunlich, dass man bei einem sieben Zentimeter kleinen Menschlein schon alles so genau erkennen kann. Es wurde wirklich jedes Organ und Körperteil haargenau angeschaut, vermessen, beobachtet, aufgenommen und auch kommentiert. (Manchmal nicht ganz so einfach, denn es war anscheind gerade Spielzeit!) Das Ergebnis unterstrich die Aussage des Arztes nur noch: Ein völlig unauffälliges Baby, besser geht's eigentlich nicht! Also würde eine Chorionzottenbiopsie auch in Hinblick auf andere Chromosomenstörungen überhaupt keinen Sinn ergeben. Jetzt war ich endlich überzeugt. Das Angebot sowohl in der 20. als auch in der 26. Woche noch mal einen solchen Ultraschall machen zu lassen, einfach zur Beruhigung, haben wir trotzdem gerne angenommen.
Unerwartet erleichtert haben wir also heute die Praxis verlassen und nun hoffe ich ganz sehr, dass ich die Schwangerschaft endlich richtig genießen kann. Passend dazu habe ich gestern das erste Mal ein kleines Zappeln im Bauch bemerkt. Wahrscheinlich wollte mir jemand sagen: "Ich bin hier und alles ist in Ordnung! Schau was ich schon kann!"
Ich weiß, dass uns ganz viele Menschen die Daumen drücken, dass viel an uns gedacht und mitgefiebert wird. Vielen Dank dafür! Ich hab auch in den letzten Wochen unheimlich viele Nachrichten auf sämtlichen"Kanälen" bekommen, die ich noch immer nicht beantwortet habe, was an meinem desolaten Zustand lag. Ich verspreche, dass ich alles beantworten werde in den nächsten zwei Wochen, denn die Übelkeit verringert sich gerade auf ein halbwegs erträgliches Maß und ich hoffe, dass das jetzt auch so bleibt!
Freitag, 18. März 2016
Zwischen den Hürden.
Da ist ja jetzt doch Einiges, was wir inzwischen abhaken können: Der positive Test, der Herzschlag, mehrere Blutungen überstanden, das Baby wächst und gestern gab's den Mutterpass. Rechnerisch bin ich heute bei 10+4, also in der 11. Woche. Das Baby war größentechnisch gestern schon drei Tage weiter. Da hat's wohl noch jemand ganz eilig die nächste Hürde zu nehmen und die ersten zwölf Wochen zu überstehen.
Luftsprünge mach ich keine. Ich bin immer noch neidisch, wenn ich andere Schwangere sehe. Ich befinde mich zwar im gleichen Zustand, aber ich bin ein anderes Schwanger. Ich bin nicht dieses Schwanger, bei dem man in den ersten 12 Wochen zwar ein bisschen Schiss hat, dann aber aus dem Gröbsten raus ist. Ich bin nicht das Schwanger, in dem das größte Übel die Übelkeit ist. Ich bin nicht das Schwanger, bei dem feststeht, dass am Ende ein gesundes Kind bei rauskommt. Und ich habe auch momentan stark das Bedürfnis mich da ganz klar abzugrenzen und den Anderen trotzig zu sagen: Nö, ich bin keine von euch!
Als ich mit Johann schwanger war, hatte ich dieses Zugehörigkeitsgefühl irgendwann (nach der 12. Woche). Die Vorstellung in einer Gruppe schwangerer Frauen zu sitzen (oder auch Frauen, die bereits Kinder haben), erfüllt mich mit Unbehagen. Sie können sich austauschen, Erfahrungen mitteilen, es herrscht irgendwie so ein Konsens. Ich gehöre da nicht hin. Niemand kann mir erzählen, wie es ist, wenn einem eine Chorionzottenbiopsie bevorsteht, wenn man nach Statistiken sucht, die es nicht gibt, wenn man weiß, was einen erwartet, wenn die Ergebnisse nicht wie gewünscht ausfallen, wenn man wieder in die Praxis muss, in der sich das Leben um 180 Grad gedreht hat, wenn man wieder zwischen Test und Ergebnis Tage (Wochen?) in der Leere hängt. Nicht, dass ich einer meiner Freundinnen wünschen würde, sie hätte Ähnliches erlebt. Aber manchmal, besonders jetzt, hätte ich schon gern jemanden, der das alles kennt und der mich an die Hand nehmen kann.
Die Biopsie wird am 6. April sein. Mir graut schon vor dem Eingriff an sich, aber die Fruchtwassseruntersuchung hab ich ja damals auch überstanden. Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass auch dieses Kind die Genmutation hat und trotzdem hab ich Panik, nicht zuletzt auch vor all den anderen Sachen, die da mit untersucht werden.
Ich weiß, dass mir viele Menschen gerade Mut machen möchten, mir mitteilen möchten, dass sie fest daran glauben, dass diesmal endlich alles gut wird. Obwohl das sehr lieb gemeint ist, möchte ich es im Moment nicht hören, weil ich immer den Impuls habe zu antworten: Was weißt du schon?
Alles was ich will, ist, dass die nächsten Wochen möglichst schnell vorbei gehen, dass wir auf die Ergebnisse nicht ewig warten müssen und natürlich das Wichtigste: dass das Baby gesund ist. Sollte das so sein, werde ich hoffentlich etwas gelassener in die restliche Schwangerschaft gehen können.
Luftsprünge mach ich keine. Ich bin immer noch neidisch, wenn ich andere Schwangere sehe. Ich befinde mich zwar im gleichen Zustand, aber ich bin ein anderes Schwanger. Ich bin nicht dieses Schwanger, bei dem man in den ersten 12 Wochen zwar ein bisschen Schiss hat, dann aber aus dem Gröbsten raus ist. Ich bin nicht das Schwanger, in dem das größte Übel die Übelkeit ist. Ich bin nicht das Schwanger, bei dem feststeht, dass am Ende ein gesundes Kind bei rauskommt. Und ich habe auch momentan stark das Bedürfnis mich da ganz klar abzugrenzen und den Anderen trotzig zu sagen: Nö, ich bin keine von euch!
Als ich mit Johann schwanger war, hatte ich dieses Zugehörigkeitsgefühl irgendwann (nach der 12. Woche). Die Vorstellung in einer Gruppe schwangerer Frauen zu sitzen (oder auch Frauen, die bereits Kinder haben), erfüllt mich mit Unbehagen. Sie können sich austauschen, Erfahrungen mitteilen, es herrscht irgendwie so ein Konsens. Ich gehöre da nicht hin. Niemand kann mir erzählen, wie es ist, wenn einem eine Chorionzottenbiopsie bevorsteht, wenn man nach Statistiken sucht, die es nicht gibt, wenn man weiß, was einen erwartet, wenn die Ergebnisse nicht wie gewünscht ausfallen, wenn man wieder in die Praxis muss, in der sich das Leben um 180 Grad gedreht hat, wenn man wieder zwischen Test und Ergebnis Tage (Wochen?) in der Leere hängt. Nicht, dass ich einer meiner Freundinnen wünschen würde, sie hätte Ähnliches erlebt. Aber manchmal, besonders jetzt, hätte ich schon gern jemanden, der das alles kennt und der mich an die Hand nehmen kann.
Die Biopsie wird am 6. April sein. Mir graut schon vor dem Eingriff an sich, aber die Fruchtwassseruntersuchung hab ich ja damals auch überstanden. Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass auch dieses Kind die Genmutation hat und trotzdem hab ich Panik, nicht zuletzt auch vor all den anderen Sachen, die da mit untersucht werden.
Ich weiß, dass mir viele Menschen gerade Mut machen möchten, mir mitteilen möchten, dass sie fest daran glauben, dass diesmal endlich alles gut wird. Obwohl das sehr lieb gemeint ist, möchte ich es im Moment nicht hören, weil ich immer den Impuls habe zu antworten: Was weißt du schon?
Alles was ich will, ist, dass die nächsten Wochen möglichst schnell vorbei gehen, dass wir auf die Ergebnisse nicht ewig warten müssen und natürlich das Wichtigste: dass das Baby gesund ist. Sollte das so sein, werde ich hoffentlich etwas gelassener in die restliche Schwangerschaft gehen können.
Mittwoch, 17. Februar 2016
Was sonst noch so los war. Was mir durch den Kopf geht. Und durch den Bauch.
Ich weiß nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Sonst sortier ich vor dem Schreiben immer schonmal vor in meinem Kopf, das hab ich heute nicht gemacht, weshalb ich den roten Faden erst noch finden muss.
Vielleicht fang ich einfach bei meinem Geburtstag an, der Tag, an dem, nach einem positiven Test und leichten Schmierblutungen am Vortag, dann endgültig meine Regel einsetzte. Ich will nicht lange um den heißen Brei reden. Wer sich ein bisschen auskennt mit der ganzen Zyklusgeschichte, weiß, dass der erste Tag der letzten Regel nicht nur dazu genutzt wird, den Zyklustag auszurechnen, sondern auch für eine ganz andere Rechnung, nämlich die der Schwangerschaftwochen. Wir haben also meinen Geburtstagszyklus genutzt, um die letzten beiden Eskimos auftauen und einsetzen zu lassen. Wie immer konnte ich es auch diesmal nicht abwarten mit dem Testen und wider Erwarten schlugen die Tests schon sehr zeitig an. Das Kinderwunschzentrum bestätigte das mit einem Bluttest und eine Woche später mit dem ersten Ultraschallbild. Das war letzte Woche Donnerstag.
Gestern dann der Schock: Schmierblutungen. Ich hab wirklich versucht einigermaßen ruhig zu bleiben, mir einzureden, dass das überhaupt nichts bedeuten muss, auch wenn alle meine frühen Abgänge genau so angefangen haben. Dann hab ich doch panisch meinen Mann angerufen, der so schnell er konnte nach hause kam. In der Zeit wurde mir klar, dass ich sofort zur Frauenärztin möchte, auch wenn der reguläre Termin erst heute gewesen wäre und auch wenn das knapp werden würde, denn die Sprechstunde ging nur noch zehn Minuten, als wir von zu hause losfuhren. Als wir ankamen, war schon alles dunkel und abgeschlossen. Ich sah mich schon wieder in diesem schrecklichen Krankenhaus hocken, wie bei Johann damals. Zum Glück musste eine Schwester aber in dem Moment nochmal an die Tür und nachdem ich ihr kurz meine Lage erklärt hatte, ließ uns rein und fünf Minuten später wurde ich schon untersucht. Zur Blutung kam es wohl durch ein kleines Gefäß, dass etwas gereizt war. Der Muttermund war fest verschlossen und alles so, wie es sein sollte. Auch auf dem Ultraschall war nichts anderes erkennbar, was die Blutung hätte verursachen können. Dafür aber ein 4 mm kleiner Embryo mit einem schlagenden Herz. Erleichterung!
Ich bin ab heute in der 7. Woche. Noch ist überhaupt nichts sicher. Aber wir haben schon drei Hürden geschafft: den positiven Test, den ersten Ultraschall und das schlagende Herzchen. Viele Hürden stehen uns noch bevor, weshalb sich unsere Vorfreude sehr in Grenzen hält. Was mir gerade etwas Sicherheit gibt, ist, dass mir quasi permanent schlecht ist, schlimmer noch als bei Johann, auch wenn ich natürlich weiß, dass Übelkeit keine Garantie für eine intakte Schwangerschaft ist. Ich hoffe, ich kann mich irgendwann richtig auf die Schwangerschaft einlassen. Uneingeschränkte Vorfreunde werde ich aber wohl zu keinem Zeitpunkt verspüren. Für mich wird Schwangerschaft immer mit Panik, Angst, Unsicherheit, Schmerz und Verlust verbunden sein. Ich empfinde das als sehr schade und beneide jede Frau, die an das Thema ganz unbefangen herangehen kann. Ich hoffe einfach nur, dass die Wochen und Monate schnell vergehen und Johann im Oktober ein ganz besonderer großer Bruder wird von einem gesunden Geschwisterchen.
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