Eigentlich gibt es nicht wirklich einen Grund zu schreiben, außer dass da draußen ganz liebe Menschen sitzen und mit uns hoffen und Daumen drücken. Ja, die zwei Wochen sind um, schon seit zwei Tagen. Wir sind aber nicht schlauer. Nachdem wir am Montag fast durchgedreht sind während des Wartens auf den Anruf und sich bis zum Nachmittag niemand gezuckt hatte, haben wir dann in der Praxis angerufen. Da lag noch keine Info vor, allerdings rief der Arzt dann abends zurück, um uns zu sagen, dass mit den Chromosomen erstmal alles in Ordnung ist. Nachdem ich schon hörbar aufgeatmet hatte, nahm er mir aber direkt wieder den den Wind aus den Segeln: "Das hat aber noch keine Aussagekraft über die tuberöse Sklerose!" Die Untersuchung ist wohl etwas aufwändiger als gedacht, allerdings wären wir ja sowieso am 18. August zur Kontrolle da und bis dahin wären dann auch die Ergebnisse aus dem Labor da. Ich war so baff, dass ich gar nichts weiter dazu sagen konnte, außer mich brav zu bedanken für den Rückruf nach Feierabend. Nach dem Auflegen musste ich erstmal heulen, um danach zu schimpfen. Die Chromosomenzahl hat mich doch gar nicht interessiert. Ich wusste vorher, dass keine Trisomie vorliegt. Und dass die Untersuchung länger dauert, hätte man ja vorher auch mal erwähnen können. Eigentlich wollten wir dann nochmal anrufen und nachhaken, haben uns dann aber dagegen entschieden. Wir wissen jetzt, dass wir es am 18. definitiv erfahren, damit fällt zumindest das Zittern bei jedem Telefonklingeln weg. Und wir haben noch zwei Wochen, die wir, wenn auch nicht unbeschwert, aber trotzdem mit einem Fünkchen Hoffnung verbringen können. Wäre der kleine Mann schon da, würden wir ja auch versuchen, ihm die vielleicht letzten Lebenstage noch ein bisschen schön zu machen. Dass das nicht 24 Stunden jeden Tag klappen wird und uns die Angst immer mal wieder einholen wird, ist klar. Trotzdem sind wir jetzt in dem Moment Eltern mit einem lebenden Kind und freuen uns über jedes Boxen und Treten. Scheiße wirds so oder so im Ernstfall und den ersten Schock haben wir schon mal überstanden. Trotzdem gab es heute nochmal einen heftigen Stich, als mir bewusst wurde, dass ich in einer Woche schon ins letzte Drittel der Schwangerschaft komme und es jetzt nichtmal mehr 100 Tage sind bis zum Geburtstermin. Dass wir an diesem Tag wieder alleine sein könnten, tut verdammt weh.
Eines noch zum Schluss: Ich hab hier immer mal das Gefühl mich für Geschriebenes rechtfertigen zu müssen. Das hier ist quasi so etwas wie mein Tagebuch. Lest es, oder lasst es zugeklappt. Beides ist ok. Aber ich werde hier weiterhin ehrlich meine Gedanken äußern, ambivalent wie sie auch manchmal sein mögen, vielleicht fühlt sich dadurch jemand angegriffen, mag sein, aber wer das hier mit ein bisschen Empathie liest, dem dürfte sich das eigentlich selbst erklären. Und nein, wir brauchen auch keine Entscheidungshilfe was unseren Entschluss für den Ernstfall angeht.
(Und ja, ich weiß, wenn ich hier mein Privatleben ausbreite, muss ich auch mit seltsamen Kommentaren rechnen, aber so ein kleines bisschen Feingefühl erwarte ich von Lesern eines so persönlichen Blogs einfach. Besonders von denen, die in dieser speziellen Lage noch nie waren.)
Mittwoch, 5. August 2015
Ein Schritt vor, zwei (Wochen) zurück.
Sonntag, 26. Juli 2015
Wie die Welt sich weiterdreht und wie es mich ankotzt
Also ja, ich weiß ja wie das ist. Bei Liebeskummer oder so, da hat man das Gefühl, dass man selbst in so einer Art zeitlosem Raum lebt, drumherum geht der Alltag weiter und man versteht gar nicht, wie das überhaupt sein kann. So ähnlich ist es jetzt, nur ungefähr unendlich schlimmer. Alles fühlt sich falsch an, sogar mein Bauch. Als hätte ich ihn nicht mehr verdient, als müsste er längst weg sein. Die Ungewissheit ist zum kotzen! Ich hab mich natürlich belesen zu der Diagnose. Man findet leider kaum etwas dazu, aber was man findet, sind meistens seriöse Seiten von Kliniken, Ärzten, Vereinen und ein paar wenige Erfahrungsberichte. Erfahrungsberichte, die mich vor allem in der Entscheidung bestärken, dass wir dem Kleinen diese Torturen ersparen wollen. Ansonsten werde ich nicht schlauer. Die Expertenmeinungen gehen auseinander, was den Zusammenhang zwischen Rhabdomyomen am Herzen und der tuberösen Sklerose angeht. Irgendwo zwischen 50 und 92 Prozent. Je nach Laune hoffe ich auf ersteres und befürchte letzteres.
Einmal am Tag hab ich ein absolutes Tief. Ein falscher Gedanke reicht schon. Dann packt mich eine solche Angst, dass unser Kind uns niemals sehen wird, dass es keinen ersten Schrei von sich geben wird und einfach alles verpasst, was es sonst so auf der Welt zu entdecken gibt. In solchen Momenten gehe ich schon den Text für die obligatorische Geburts-SMS durch, die man als stolze, frischgebackene Eltern an alle seine Freunde schickt. Nur dass die dann eben gleich eine Todesanzeige beinhaltet. Ich erschrecke dann, weil ich denke, dass ich übertreibe und dann fällt mir ein, dass dieser Gedanke nicht übertrieben ist, sondern schon bald Realität werden kann und dass diese Realität sogar wahrscheinlicher ist, als die in der ich die Todesanzeige weglassen kann.
Trotzdem lege ich jeden Abend die Spieluhr auf den Bauch. Damit werde ich auch nicht aufhören und er wird sie auch hören, wenn er das letzte Mal einschläft, vielleicht hat er dann keine Angst. Und ich lese ihm jeden Tag einmal die Geschichte vom kleinen Angsthase vor. Das war meine Lieblingsgeschichte als Kind und wenn es eine gibt, die er kennen muss, dann die, in der Hoffnung, dass wir irgendwann doch mal zusammen die Bilder dazu anschauen. Und wir haben uns spontan für einen Namen entschieden. Ich fänd es schlimm, wenn er ohne einen sterben müsste. Heute Nacht wollte ich nicht mehr schlafen, weil er wach war, getreten und geboxt hat und ich das nicht verpassen wollte. Als dann noch mein Mann wach wurde, waren wir zu dritt schlaflos und es fühlte sich mal kurz an, wie ein kleines Stückchen Familienleben.
Und dann wieder unfassbare Wut! Warum müssen wir jetzt ausgerechnet so zittern? Haben wirs nicht verdient eine eigene Familie zu gründen? Sind wir irgendwie böse? Ich werde sauer auf alle, die einfach so schwanger werden und bei denen die Probleme aus ein bisschen Übelkeit und Wasser in den Beinen besteht. Klar, kann niemand von denen irgendwas für unsere Situation. Aber ich will ihr Glück nicht sehen, es soll weg bleiben von mir! Ich will nicht wissen, dass in fast allen Fällen eine Schwangerschaft völlig komplikationslos verläuft und am Ende ein gesundes Kind dabei herauskommt. Selbst wenn wir das hier irgendwie mit einem blauen Auge überstehen, wird eine eventuelle nächste Schwangerschaft immer geprägt sein von Angst, mehr als es jetzt schon der Fall ist. Ich werd nie eine von denen sein, die völlig unbeschwert und optimistisch schwanger sind, das was hier passiert, wird so oder so seine Spuren hinterlassen.
Eins noch zum Schluss, an die Vertreter der "Ihr müsst jetzt positiv denken!"-Fraktion: Ich weiß ihr meint das gut und so. Aber ehrlich, es macht mich wütend! Die Chancen stehen einfach mal schlecht und ich muss mich nicht damit auseinander setzen, was wäre, wenn er bei uns bleiben könnte. Dann bin ich einfach der glücklichste Mensch der Welt, darauf muss ich nicht vorbereitet sein. Aber auf das, was viel wahrscheinlicher ist sehr wohl, denn das hat das Potenzial, mich so heftig aus der Bahn zu werfen, dass ich nicht weiß ob ich jemals wieder rein finde. Davon abgesehen ist es ja eh immer leicht optimistisch zu sein, wenn es einen nicht betrifft. Trotzdem tut es irgendwie gut, wenn man weiß, dass so viele Menschen dem kleinen Mann die Daumen drücken. Manchmal bilde ich mir ein, es könnte vielleicht doch helfen.
Einmal am Tag hab ich ein absolutes Tief. Ein falscher Gedanke reicht schon. Dann packt mich eine solche Angst, dass unser Kind uns niemals sehen wird, dass es keinen ersten Schrei von sich geben wird und einfach alles verpasst, was es sonst so auf der Welt zu entdecken gibt. In solchen Momenten gehe ich schon den Text für die obligatorische Geburts-SMS durch, die man als stolze, frischgebackene Eltern an alle seine Freunde schickt. Nur dass die dann eben gleich eine Todesanzeige beinhaltet. Ich erschrecke dann, weil ich denke, dass ich übertreibe und dann fällt mir ein, dass dieser Gedanke nicht übertrieben ist, sondern schon bald Realität werden kann und dass diese Realität sogar wahrscheinlicher ist, als die in der ich die Todesanzeige weglassen kann.
Trotzdem lege ich jeden Abend die Spieluhr auf den Bauch. Damit werde ich auch nicht aufhören und er wird sie auch hören, wenn er das letzte Mal einschläft, vielleicht hat er dann keine Angst. Und ich lese ihm jeden Tag einmal die Geschichte vom kleinen Angsthase vor. Das war meine Lieblingsgeschichte als Kind und wenn es eine gibt, die er kennen muss, dann die, in der Hoffnung, dass wir irgendwann doch mal zusammen die Bilder dazu anschauen. Und wir haben uns spontan für einen Namen entschieden. Ich fänd es schlimm, wenn er ohne einen sterben müsste. Heute Nacht wollte ich nicht mehr schlafen, weil er wach war, getreten und geboxt hat und ich das nicht verpassen wollte. Als dann noch mein Mann wach wurde, waren wir zu dritt schlaflos und es fühlte sich mal kurz an, wie ein kleines Stückchen Familienleben.
Und dann wieder unfassbare Wut! Warum müssen wir jetzt ausgerechnet so zittern? Haben wirs nicht verdient eine eigene Familie zu gründen? Sind wir irgendwie böse? Ich werde sauer auf alle, die einfach so schwanger werden und bei denen die Probleme aus ein bisschen Übelkeit und Wasser in den Beinen besteht. Klar, kann niemand von denen irgendwas für unsere Situation. Aber ich will ihr Glück nicht sehen, es soll weg bleiben von mir! Ich will nicht wissen, dass in fast allen Fällen eine Schwangerschaft völlig komplikationslos verläuft und am Ende ein gesundes Kind dabei herauskommt. Selbst wenn wir das hier irgendwie mit einem blauen Auge überstehen, wird eine eventuelle nächste Schwangerschaft immer geprägt sein von Angst, mehr als es jetzt schon der Fall ist. Ich werd nie eine von denen sein, die völlig unbeschwert und optimistisch schwanger sind, das was hier passiert, wird so oder so seine Spuren hinterlassen.
Eins noch zum Schluss, an die Vertreter der "Ihr müsst jetzt positiv denken!"-Fraktion: Ich weiß ihr meint das gut und so. Aber ehrlich, es macht mich wütend! Die Chancen stehen einfach mal schlecht und ich muss mich nicht damit auseinander setzen, was wäre, wenn er bei uns bleiben könnte. Dann bin ich einfach der glücklichste Mensch der Welt, darauf muss ich nicht vorbereitet sein. Aber auf das, was viel wahrscheinlicher ist sehr wohl, denn das hat das Potenzial, mich so heftig aus der Bahn zu werfen, dass ich nicht weiß ob ich jemals wieder rein finde. Davon abgesehen ist es ja eh immer leicht optimistisch zu sein, wenn es einen nicht betrifft. Trotzdem tut es irgendwie gut, wenn man weiß, dass so viele Menschen dem kleinen Mann die Daumen drücken. Manchmal bilde ich mir ein, es könnte vielleicht doch helfen.
Dienstag, 21. Juli 2015
30 Prozent - oder wenn der Traum zum Alptraum wird
Ich bin eine echte Schwarzmalerin, wirklich. Und ich hatte vor vielen Sachen Angst und hab mir letztens fast ins Hemd gemacht, weil ich eine Scheibe rohen Schinken gegessen hatte. Aber auf manche Dinge ist man einfach nicht vorbereitet. Sie kommen hinterhältig und vor allem schmerzhaft wie ein Schlag in die Fresse. Mit dem Vorschlaghammer. Und gleichzeitig fühlt man sich wie von einer Dampfwalze überrollt.
Es fing an mit einer weißen Stelle am Babyherzen auf dem Ultraschall. Wir wurden an die Feindiagnostik überwiesen. Reine Routine, wenn der normale Frauenarzt etwas nicht so genau erkennt, also erstmal kein Grund zu großer Besorgnis. In 90% der Fälle kann Entwarnung gegeben werden. Also schnell noch auf dem Weg in den Urlaub kurz nach Leipzig fahren und sich die Bestätigung abholen, dass alles in Ordnung ist. Wenn man dann dort in der Praxis sitzt und diesen Zettel ausfüllt, ob man das wirklich wissen will, dann macht man hier und da seine Kreuzchen, als würde das einen nicht betreffen. Man kennt das ja. Das ist wie vor einem Routineeingriff mit den Komplikationen, man kreuzt einfach an, dass man die OP trotzdem will, weil man das eben so macht.
Auf dem Ultraschall sah das alles gar nicht so schlimm aus. Alle Organe funktionieren super, kein Grund zur Besorgnis und ja, eindeutig, es wird ein kleiner Junge. Diese weiße Stelle am Herzen - ein Tumor. Kein Krebs, sondern eine gutartige Wucherung, bei vielen Babys geht das nach der Geburt wieder weg. Kurzes Aufatmen, aber die Dampfwalze hat ihren Motor schon angeschmissen und rollt los. Solche Tumore sind oft ein Hinweis auf eine sehr seltene Krankheit. Tuberöse Sklerose. Der Tumor am Herzen wird nach der Geburt vielleicht verschwinden. Dafür bilden sich unter anderem welche in Niere und Gehirn. Der kleine Junge, der gesund und munter auf die Welt kommen würde und voller Neugier und Wissensdurst viele Dinge lernen würde, würde Stück für Stück alles wieder verlernen. Die Endkonsequenzen kann ich nicht aussprechen. Die Wahrscheinlichkeit an dieser Krankheit zu erkranken liegt bei etwa 70 Prozent. Ob wir eine Fruchtwasserpunktion machen lassen wollen, damit könne man sagen, ob oder ob nicht, wir sollten auf jeden Fall mit der Humangenetikerin sprechen und auch mit der Familientherapeutin, die sie speziell für solche Fälle hier in der Praxis haben...
Ich nehme gar nichts mehr wahr. Der Arzt redet, wir nicken. Ob wir Fragen haben. Ja. Warum diese ungerechte Scheiße überhaupt möglich ist und warum ausgerechnet unser Baby, auf das wir sechs Jahre gewartet haben? Die Fragen stelle ich nicht. Ich frage nach der Lebenserwartung und will die Antwort gar nicht wissen.
Bei der Familientherapeutin bricht es aus mir raus, ich heule. Laut. Ich kann nichtmal erklären, was uns gerade gesagt wurde. Es ist wie ein absoluter Alptraum. Wir sind uns beide sicher, dass wir unserem Kind das Leiden ersparen wollen, sollte es diese Krankheit haben. Das auszusprechen tut mehr weh, als alles andere was ich jemals gesagt, gedacht, getan und erlebt habe.
Wir entscheiden uns, dass wir gleich noch zur Fruchtwasserpunktion bleiben und danach trotzdem nach Schweden fahren, um für uns zu sein. Jetzt zu Hause sein, das ist unvorstellbar. Die Schwester, die die Punktion begleitet, redet so viel, dass ich fast vergesse, weshalb ich da liege. Kurz bevor die Nadel in den Bauch gestochen wird, stelle ich mir vor, dass ich gleich mit einem lauten Knall platze wie ein Luftballon. Und während die Nadel in den Bauch sticht, starre ich auf den Bildschirm und denke: "Bitte stech mein Baby nicht!" Ich sehe das Fruchtwasser rauslaufen und es kommt mir vor wie eine heilige Flüssigkeit. Es ist die Flüssigkeit die unser Kind umgibt, etwas das ihn berührt hat. Ich will es gar nicht hergeben. Aber ich bin tapfer und erzähle mit der Schwester über Schweden. Ob die sowas in ihrer Ausbildung lernen? Menschen abzulenken? Es funktioniert, glaube ich. Danach großes Daumendrücken, dass wir zu den 30% gehören, die von der endgültigen Diagnose verschont bleiben. Wir verlassen die Praxis. Am Auto schau ich mir das letzte Ultraschallbild von Freitag an. Das kleine Gesicht, unschuldig und völlig ahnungslos.
Die Fahrt nach Rostock eine Mischung aus gespieltem Alltag, Heulattacken, Hoffnungsschimmern. Es kann nicht sein! Es kann einfach nicht sein, dass dieses kleine Wesen, dass so kräftig in meinem Bauch strampelt, diese Welt nie sehen wird. Das ist unmöglich! Und als hätte es eine Ahnung, ist es an diesem Tag ganz still. Kein Treten, kein Boxen. Erst als wir abends im Bus liegen und ich die Spieluhr auf meinen Bauch lege, gibt es einen einzigen kräftigen Tritt.
In zwei Wochen erfahren wir das Ergebnis der Untersuchung. Bis dahin wollen wir in der Einsamkeit Schwedens für uns sein. Nicht der letzte Urlaub zu zweit, wie wir noch vor 4 Tagen gesagt haben, sondern der erste und hoffentlich nicht letzte Urlaub zu dritt.
Dienstag, 30. Juni 2015
Ein ganzer Bauch voller Liebe
Wir sind jetzt Freunde, das Schwangersein und ich, denn es hat aufgehört mich zu ärgern und neckt mich nur noch ab und zu mal. Und ja, ich habe mich auch ein bisschen bestechen lassen und zwar mit den ersten Kindsbewegungen. Ich kann gar nicht mehr so genau sagen, wann das eigentlich angefangen hat. Es dürfte so in der 18. Woche gewesen sein, als es irgendwie so geploppt hat im Bauch und ich mir ziemlich sicher war, dass das jetzt keine wandernde Luftblase war. Am Anfang hat sich der Minimensch einmal am Tag gemeldet und die restliche Zeit dazwischen hab ich ihn irgendwie vermisst. Dabei sind wir uns so nah, wie es eigentlich nicht näher geht. Inzwischen merk ich das Ploppen öfter am Tag und auch stärker. So stark, dass man es auch von außen fühlen kann. Ich finde das großartig, aber auch ziemlich seltsam und ich würde irgendwie gerne erklären können, wie es sich genau anfühlt, aber mir fehlen die Worte, ich kann es mit nichts vergleichen und es macht mich ein bisschen traurig, dass mein Mann niemals wissen wird, wie es ist, wenn unser Kind von innen anklopft, weil man sich gerade zu weit nach vorn gebeugt und ihm damit ein bisschen Schlafplatz geklaut hat.
Je mehr der Bauch wächst, umso mehr merke ich aber auch, wie in mir die Angst wächst, ihm könnte von außen etwas zustoßen. Auf dem Festival am Wochenende war ich quasi immer in Kampfstellung, bereit meinen Bauch mit Schienbeintritten und Fäusten zu verteidigen. Gebraucht hab ich zum Glück keines davon, ein böser Blick hat dann doch immer gereicht. Gelernt hab ich aber auch was über mein Kind: es mag anscheinend keine hohen Frauenstimmen. Unsere erste Gemeinsamkeit (abgesehen vom Blutkreislauf)!
Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Beim letzten Frauenarztbesuch wurde das Organscreening gemacht, bei dem zum Glück alles bestens aussah. Leider hatte es keine große Lust sich zu zeigen. Es hat aber einen wunderschönen Rücken, mit einem wohlgeformten Hinterkopf und kleinen Segelohren. Der Blick zwischen die Beine war wenig aufschlussreich und viel zu kurz. Es könnte zu 60% ein Junge sein, sagt die Ärztin. Zusammen mit meinem Jungsgefühl (woher auch immer das kommt) ist das für mich eigentlich schon fast eine Bestätigung, womit wir ein riesengroßes Namensproblem hätten. Also wer schöne männliche Vornamen kennt: immer her damit!
Je mehr der Bauch wächst, umso mehr merke ich aber auch, wie in mir die Angst wächst, ihm könnte von außen etwas zustoßen. Auf dem Festival am Wochenende war ich quasi immer in Kampfstellung, bereit meinen Bauch mit Schienbeintritten und Fäusten zu verteidigen. Gebraucht hab ich zum Glück keines davon, ein böser Blick hat dann doch immer gereicht. Gelernt hab ich aber auch was über mein Kind: es mag anscheinend keine hohen Frauenstimmen. Unsere erste Gemeinsamkeit (abgesehen vom Blutkreislauf)!
Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Beim letzten Frauenarztbesuch wurde das Organscreening gemacht, bei dem zum Glück alles bestens aussah. Leider hatte es keine große Lust sich zu zeigen. Es hat aber einen wunderschönen Rücken, mit einem wohlgeformten Hinterkopf und kleinen Segelohren. Der Blick zwischen die Beine war wenig aufschlussreich und viel zu kurz. Es könnte zu 60% ein Junge sein, sagt die Ärztin. Zusammen mit meinem Jungsgefühl (woher auch immer das kommt) ist das für mich eigentlich schon fast eine Bestätigung, womit wir ein riesengroßes Namensproblem hätten. Also wer schöne männliche Vornamen kennt: immer her damit!
Donnerstag, 14. Mai 2015
99 Tage
So lange bin ich jetzt schon schwanger. Vor zwei Tagen war der langersehnte Arzttermin und ich bin ziemlich stolz, dass ich es ganz ohne weitere Panikattacke bis dahin geschafft habe. Ich war ja auch gut abgelenkt in Berlin und an der Ostsee. Wobei ich schon zugeben muss, dass die Anspannung wenige Tage vor dem Termin doch wieder zunahm. Apropos zunehmen, da war die Anspannung offensichtlich nicht die Einzige. Mein Bauch ist inzwischen ziemlich gewachsen und wenn ich auf die Waage steige, dann kann ich auch nicht mehr behaupten, dass wäre alles nur Luft. Aber okay, damit kann ich leben, ich wollte es so und ja, ich habe auch einfach immernoch ständig Hunger und hab schon ziemlich viel gegessen in den letzten Wochen und mich wenig bewegt. Dafür geh ich ab nächster Woche zum Yoga, denn jetzt hab ich wieder grünes Licht! Aber jetzt mal zum interessanten Teil: die Untersuchung.
Diesmal wurde das erste Mal über den Bauch geschallt, was mir auch wesentlich angenehmer war. Eigentlich wäre zu dem Zeitpunkt gar kein Ultraschall gewesen, aber wir wollten gerne die 30 Euro extra fürs "Babyfernsehen" zahlen, ich warte ja nicht umsonst vier lange Wochen! Ein bisschen hatte ich ja die Hoffnung, dass man schon sehen kann, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, aber das kleine Küken saß im Schneidersitz da und dachte nicht daran, sich zwischen die Beine schauen zu lassen. Ich kanns verstehen! Der Herzschlag war schön gleichmäßig und nun schon ein bisschen langsamer als noch vor vier Wochen. Größenmäßig lag es wieder auf den Tag genau in der Zeit und auch sonst sah alles bestens aus. Gewunken hat es auch ausversehen. Es war echt schön zu sehen, wie sich aus einem kleinen Punkt ein Minimensch entwickelt. So richtig hab ich das noch nicht begriffen (ich wiederhole mich, ich weiß), dass und wie das alles so funktioniert. Besonders bei der 4D-Aufnahme, auf der man sogar schon ein richtiges Gesicht erkennen konnte, das Baby sich erst die Augen rieb und sich hinterher an den Kopf griff, war es für mich noch ein ganzen Stück umrealisitischer, dass das jetzt gerade in meinem Bauch passiert. Ein paar Bilder und ein Video haben wir mit nach hause bekommen. Das kann ich jetzt 100 mal am Tag anschauen und realistischer wird's trotzdem nicht.
Inzwischen hab ich manchmal kurze Momente, in denen ich denke: "Oh mein Gott, es wird ab jetzt immer bei mir sein! Ich hab jetzt die volle Verantwortung für dieses 8 cm große Ding, das mir sicher irgendwann über den Kopf wächst! Will ich das echt?" Und dann bin ich irgendwie ganz froh, dass ich beruflich schon mit so vielen Kindern (und Eltern) zu tun hatte und auch mit Situationen der vollkommenen Überforderung, dass ich genau weiß, dass trotzdem alles irgendwie gut wird.
Und, sozusagen als Schlusswort, muss ich mich an dieser Stelle mal bei meinem Mann bedanken. Ich glaube wirklich, er hatte es nicht so leicht mit mir in den letzten Wochen. Was soll man auch machen, wenn die Frau anfängt zu heulen, weil das falsche Essen im Kühlschrank ist und man selber diese Hormonschwankungen überhaupt nicht nachvollziehen kann? Was man machen kann, ist: sie in den Arm nehmen, so tun, als wäre das gerade wirklich ein großes Problem und ihr anbieten, einen Burger mit Pommes und Mayo zu holen. Danke dafür!
Montag, 27. April 2015
Mal ganz allgemein - ein Auskotzpost
Vor ein paar Tagen platzte mir ein bisschen die Hutschnur. Ich musste feststellen, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die hinter Krankheiten einen Sinn sehen. Es fing damit an, dass ich auf Facebook einen Beitrag las, in dem es um Frauen in Schweden ging, die nach einer erfolgreichen Gebärmuttertransplantation schwanger geworden sind und gesunde Kinder zur Welt gebracht hatten. Die Methode ist (noch) nicht sehr erprobt und auch höchst kompliziert, es steht auch nicht fest, ob sich das jemals etablieren wird. Im weiteren Verlauf ging es ganz allgemein um ungewollte Kinderlosigkeit, Möglichkeiten der Behandlung in Deutschland und anderen Ländern. Es wurden auch mehrere Betroffene dazu befragt, wovon eine Frau erzählte, dass sie inzwischen auch über eine Leihmutterschaft nachdenken, obwohl sie wissen, dass das eine ziemlich heikle Sache ist, da die Leihmütter oft auf das Geld angewiesen sind und das natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe machen. Diesen Aspekt kann ich durchaus nachvollziehen, weshalb für mich persönlich eine Leihmutterschaft auch nicht in Frage kommen würde. Grundsätzlich kann ich aber Paare verstehen, die diesen Weg gehen. Es ist ja keine Entscheidung, die man von heute auf morgen trifft und meist ist die Verzweiflung an diesem Punkt schon so groß, dass man wohl mehr an sich selbst und den eigenen Kinderwunsch denkt, als an die Lebensumstände der Frau, die das Kind austrägt. Wenn man möchte, kann man sich diesen Aspekt ja sogar noch schön reden. So weit, so gut (oder schlecht).
Ich hätte nach dem Lesen einfach wieder wegklicken sollen. Wirklich. Ich weiß genau, wie sehr mich Kommentarspalten im Internet zum Kochen bringen können. Tja, dumm gelaufen.
"Man sollte Gott nicht ins Handwerk pfuschen!"
"Es hat schon seinen Sinn, wenn jemand keine Kinder bekommen kann!"
"Man muss nicht alles machen, was technisch möglich ist!"
"Die Natur wird sich schon was dabei gedacht haben!"
"Kinderlosigkeit ist keine Krankheit!"
"Sollen sie doch lieber adoptieren!"
"Es hat schon seinen Sinn!"
"Es hat schon seinen Sinn!"
"Es hat schon seinen Sinn!"
Die Zitate sind fast wortgetreu, ich möchte nicht noch einmal auf die besagte Kommentarspalte gehen, nur um wortgenau zu zitieren. Mir geht jetzt schon wieder der Puls hoch. Ich kann ja durchaus verstehen, dass man manchen medizinischen Eingriffen kritisch gegenübersteht und letztendlich darf ja jeder für sich entscheiden, ob er eine Behandlung machen lassen möchte, oder nicht. Aber zu behaupten, die Natur hätte sich schon irgendwas dabei gedacht und dass das alles einen Sinn hat hat, das hat mich so wütend gemacht, dass ich dazu selbst etwas schreiben musste. Wirklich, ich war sachlich und ich habe argumentiert und ich habe erklärt und gemacht und getan, einfach um auch nur einen Funken Empathie bei diesen Menschen zu erzeugen - es war nichts zu machen! Ich musste mir weiterhin sagen lassen, ich wäre nicht krank und meine Nichtkrankheit hätte einen Sinn.
NEIN, ES HAT EBEN KEINEN SINN! Genauso wenig, wie Pfeiffersches Drüsenfieber Sinn hat, Kurzsichtigkeit, Masern und Fußpilz, ganz zu schweigen von anderen, viel schlimmeren Krankheiten. Wenn überhaupt, dann darf doch bitte jeder Betroffene für sich selbst entscheiden, ob er in seiner Krankheit einen Sinn sieht. Bei manchen Menschen funktioniert das ja tatsächlich, als Schritt zum Akzeptieren.
Und sorry, wenn ich jetzt jemanden enttäuschen muss, aber die Natur denkt nicht! Dazu bräuchte sie zumindest ein Gehirn und ich wüsste nicht, dass sie irgendwo eins hat. Was soll sie auch denken? "Pffff, die Frau wird eh mal eine schlechte Mutter, ich lass die Gebärmutter lieber gleich weg!" oder "Ach, erspar ich ihm doch einfach den Stress, den er in der Pubertät mit seinem Kind haben wird und mach seine Spermien ganz furchtbar langsam und ohne jeglichen Orientierungssinn!"
Ich verstehe zum Beispiel auch nicht, warum manche sich ihre Lippen aufspritzen, oder sich irgendwo Silikonteile einbauen lassen. Aber wenn sie sich damit besser fühlen, dann bitteschön! Ich muss auch nicht alles nachvollziehen können, aber ich verlange einfach ein Mindestmaß an Akzeptanz für solche Entscheidungen, erst recht, wenn ich selbst nicht betroffen bin und den eventuellen Leidensweg überhaupt nicht einschätzen kann.
Mir wurde dann noch vorgehalten, ich würde jetzt doch sehr emotional reagieren, vielleicht wäre es besser, ich würde zu dem Thema gar nicht mehr schreiben. Das war dann der Moment in dem ich mit dem Kopf auf die Tischplatte hauen wollte. Das Betroffene aber auch immer so emotional reagieren müssen, also ehrlich! (Im Übrigen fand ich mich zu dem Zeitpunkt wirklich noch sehr sachlich, für die vielen Dinge die ich mir im Diskussionsverlauf schon anhören musste. Innerlich stapelten sich schon die Schimpfwörter, um sich gegenseitig zu übertrumpfen.)
So richtig weiß ich nicht, warum ich das jetzt hier nochmal so wiedergebe, wahrscheinlich musste es raus, falls sich doch mal einer der "es hat seinen Sinn"-Fraktion hierher verirrt. Und ich gebe auch zu, dass es mich wirklich beschäftigt hat in den letzten Tagen, auch wenn ich seit vorgestern nicht mehr auf diese Seite gegangen bin. Als ich das letzte Mal dort war, hatte eine besonders hartnäckige Dame nämlich ihren Kommentar gelöscht und damit meine komplette Argumentation auf ihren Schwachsinn, der damit endete, dass sie mir ihre Argumente nicht nennen wollte, da sie dafür zu empathisch wäre. Immerhin, die Lacher hätte sie damit auf ihrer Seite gehabt!
Ich hätte nach dem Lesen einfach wieder wegklicken sollen. Wirklich. Ich weiß genau, wie sehr mich Kommentarspalten im Internet zum Kochen bringen können. Tja, dumm gelaufen.
"Man sollte Gott nicht ins Handwerk pfuschen!"
"Es hat schon seinen Sinn, wenn jemand keine Kinder bekommen kann!"
"Man muss nicht alles machen, was technisch möglich ist!"
"Die Natur wird sich schon was dabei gedacht haben!"
"Kinderlosigkeit ist keine Krankheit!"
"Sollen sie doch lieber adoptieren!"
"Es hat schon seinen Sinn!"
"Es hat schon seinen Sinn!"
"Es hat schon seinen Sinn!"
Die Zitate sind fast wortgetreu, ich möchte nicht noch einmal auf die besagte Kommentarspalte gehen, nur um wortgenau zu zitieren. Mir geht jetzt schon wieder der Puls hoch. Ich kann ja durchaus verstehen, dass man manchen medizinischen Eingriffen kritisch gegenübersteht und letztendlich darf ja jeder für sich entscheiden, ob er eine Behandlung machen lassen möchte, oder nicht. Aber zu behaupten, die Natur hätte sich schon irgendwas dabei gedacht und dass das alles einen Sinn hat hat, das hat mich so wütend gemacht, dass ich dazu selbst etwas schreiben musste. Wirklich, ich war sachlich und ich habe argumentiert und ich habe erklärt und gemacht und getan, einfach um auch nur einen Funken Empathie bei diesen Menschen zu erzeugen - es war nichts zu machen! Ich musste mir weiterhin sagen lassen, ich wäre nicht krank und meine Nichtkrankheit hätte einen Sinn.
NEIN, ES HAT EBEN KEINEN SINN! Genauso wenig, wie Pfeiffersches Drüsenfieber Sinn hat, Kurzsichtigkeit, Masern und Fußpilz, ganz zu schweigen von anderen, viel schlimmeren Krankheiten. Wenn überhaupt, dann darf doch bitte jeder Betroffene für sich selbst entscheiden, ob er in seiner Krankheit einen Sinn sieht. Bei manchen Menschen funktioniert das ja tatsächlich, als Schritt zum Akzeptieren.
Und sorry, wenn ich jetzt jemanden enttäuschen muss, aber die Natur denkt nicht! Dazu bräuchte sie zumindest ein Gehirn und ich wüsste nicht, dass sie irgendwo eins hat. Was soll sie auch denken? "Pffff, die Frau wird eh mal eine schlechte Mutter, ich lass die Gebärmutter lieber gleich weg!" oder "Ach, erspar ich ihm doch einfach den Stress, den er in der Pubertät mit seinem Kind haben wird und mach seine Spermien ganz furchtbar langsam und ohne jeglichen Orientierungssinn!"
Ich verstehe zum Beispiel auch nicht, warum manche sich ihre Lippen aufspritzen, oder sich irgendwo Silikonteile einbauen lassen. Aber wenn sie sich damit besser fühlen, dann bitteschön! Ich muss auch nicht alles nachvollziehen können, aber ich verlange einfach ein Mindestmaß an Akzeptanz für solche Entscheidungen, erst recht, wenn ich selbst nicht betroffen bin und den eventuellen Leidensweg überhaupt nicht einschätzen kann.
Mir wurde dann noch vorgehalten, ich würde jetzt doch sehr emotional reagieren, vielleicht wäre es besser, ich würde zu dem Thema gar nicht mehr schreiben. Das war dann der Moment in dem ich mit dem Kopf auf die Tischplatte hauen wollte. Das Betroffene aber auch immer so emotional reagieren müssen, also ehrlich! (Im Übrigen fand ich mich zu dem Zeitpunkt wirklich noch sehr sachlich, für die vielen Dinge die ich mir im Diskussionsverlauf schon anhören musste. Innerlich stapelten sich schon die Schimpfwörter, um sich gegenseitig zu übertrumpfen.)
So richtig weiß ich nicht, warum ich das jetzt hier nochmal so wiedergebe, wahrscheinlich musste es raus, falls sich doch mal einer der "es hat seinen Sinn"-Fraktion hierher verirrt. Und ich gebe auch zu, dass es mich wirklich beschäftigt hat in den letzten Tagen, auch wenn ich seit vorgestern nicht mehr auf diese Seite gegangen bin. Als ich das letzte Mal dort war, hatte eine besonders hartnäckige Dame nämlich ihren Kommentar gelöscht und damit meine komplette Argumentation auf ihren Schwachsinn, der damit endete, dass sie mir ihre Argumente nicht nennen wollte, da sie dafür zu empathisch wäre. Immerhin, die Lacher hätte sie damit auf ihrer Seite gehabt!
Mittwoch, 22. April 2015
Ob wir noch Freunde werden?
Bisher sind das Schwangersein und ich keine Freunde. Im Gegenteil. Es ärgert mich und ich kann es nicht leiden. Und manchmal hasse ich es sogar! Jaja, ich weiß schon, ich wollte es doch so lange und ich sollte doch jetzt bitteschön gefälligst total glücklich sein und es genießen! Ich kann aber nicht. Ich hab Angst! Nicht etwa davor, dass ich als Mutter versagen könnte, oder ich das alles gar nicht schaffe mit einem Kind. Ich habe Angst davor, dass das Kind gar nicht kommt. Dass es jetzt in diesem Augenblick, in dem ich mir einbilde schwanger zu sein, schon gar nicht mehr lebt. Dabei war vor 10 Tagen alles gut. Es war zeitgerecht entwickelt, das Herzchen schlug nach wie vor und es gab keinen Grund zur Sorge. Für die Ärztin. Für mich schon, denn es bewegte sich nicht und ich hatte doch irgendwo (also überall) gelesen, dass es sich jetzt schon ganz "fleißig bewegt" und man das auch auf dem Ultraschall erkennen kann. Schon klar, es hat bestimmt, ganz die Mutter, gerade geschlafen und wichtig ist ja erstmal der Herzschlag. Aber das ist jetzt auch schon wieder über eine Woche her und woher weiß ich denn, dass es dem Minimensch immer noch gut geht?
Heute in einer Woche ist die 12. Woche rum. Das war für mich eigentlich ein Etappenziel, ein Punkt an dem ich endlich das erste Mal laut aufatmen kann. Ich hab nur nicht dran gedacht, dass es ab da noch zwei weitere Wochen dauern wird, bis zur nächsten Untersuchung. Dazu kommt, dass ich gerade dabei bin meine Medikamente auszuschleichen. Das Progestan/Utrogest hab ich schon runtergefahren von 3x2 auf 1x1 und das Prednisolon (=Kortison) von einer anderthalben auf eine halbe Tablette am Tag. Bisher konnte ich noch keine körperliche Reaktion darauf feststellen. Aber das Absetzen vom Utrogest ist für mich bisher immer mit einer Blutung verbunden gewesen. Ist ja auch logisch, wenn es nicht geklappt hat, setzt man es ab und bekommt seine Regel. Eigentlich ist es Zeit diese Assoziation loszuwerden!
Mal ganz objektiv betrachtet, hab ich eigentlich keinen Grund zur Panik. Ich habe keine Blutungen und auch keine schlimmen Krämpfe. Der letzte Ultraschall war unauffällig und alles gut entwickelt. Ich habe sämtliche Schwangerschaftsbeschwerden, die man nur haben kann: mir ist schlecht, ich bin aufgebläht bis zum Magen, nachts bin ich unheimlich warm, um nicht zu sagen heiß, mein Ischiasnerv nervt, mein Dekolleté pickelt lustig vor sich hin, vier mal die Woche ein Heulkrampf ist auf jeden Fall drin und meine Brüste sind noch groß, wenn sie auch nicht mehr weh tun.
Nur leider hat eine Schwangerschaft ganz wenig mit Objektivität zu tun und die Hormone tun ihr Bestes, einen noch zusätzlich zu verwirren. Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre man fremdgesteuert. Es ist dämlich, aber ich bin seit einer Woche auf der Suche nach einem guten Grund, vor unserem Berlinurlaub in zwei Wochen, nochmal zum Arzt gehen zu können. Es gibt keinen, was ja auch gut so ist. Aber wenn es doch nur ein kleines Brennen beim Wasserlassen gäbe, dann müsste ich ja zum Arzt und wenn ich schon einmal dort wäre, könnte man ja auch nochmal nachschauen, wie es dem Baby geht. Scheiß auf die 30 Euro extra! (Obwohl, muss man die zahlen bei einer Risikoschwangerschaft?) Wahrscheinlich werde ich mich einfach noch drei Wochen gedulden müssen, so wie alle anderen Schwangeren auch. Ist nur ganz schön schwierig, wenn man seinem Körper so rein gar nichts zutraut.
Heute in einer Woche ist die 12. Woche rum. Das war für mich eigentlich ein Etappenziel, ein Punkt an dem ich endlich das erste Mal laut aufatmen kann. Ich hab nur nicht dran gedacht, dass es ab da noch zwei weitere Wochen dauern wird, bis zur nächsten Untersuchung. Dazu kommt, dass ich gerade dabei bin meine Medikamente auszuschleichen. Das Progestan/Utrogest hab ich schon runtergefahren von 3x2 auf 1x1 und das Prednisolon (=Kortison) von einer anderthalben auf eine halbe Tablette am Tag. Bisher konnte ich noch keine körperliche Reaktion darauf feststellen. Aber das Absetzen vom Utrogest ist für mich bisher immer mit einer Blutung verbunden gewesen. Ist ja auch logisch, wenn es nicht geklappt hat, setzt man es ab und bekommt seine Regel. Eigentlich ist es Zeit diese Assoziation loszuwerden!
Mal ganz objektiv betrachtet, hab ich eigentlich keinen Grund zur Panik. Ich habe keine Blutungen und auch keine schlimmen Krämpfe. Der letzte Ultraschall war unauffällig und alles gut entwickelt. Ich habe sämtliche Schwangerschaftsbeschwerden, die man nur haben kann: mir ist schlecht, ich bin aufgebläht bis zum Magen, nachts bin ich unheimlich warm, um nicht zu sagen heiß, mein Ischiasnerv nervt, mein Dekolleté pickelt lustig vor sich hin, vier mal die Woche ein Heulkrampf ist auf jeden Fall drin und meine Brüste sind noch groß, wenn sie auch nicht mehr weh tun.
Nur leider hat eine Schwangerschaft ganz wenig mit Objektivität zu tun und die Hormone tun ihr Bestes, einen noch zusätzlich zu verwirren. Ein bisschen fühlt es sich an, als wäre man fremdgesteuert. Es ist dämlich, aber ich bin seit einer Woche auf der Suche nach einem guten Grund, vor unserem Berlinurlaub in zwei Wochen, nochmal zum Arzt gehen zu können. Es gibt keinen, was ja auch gut so ist. Aber wenn es doch nur ein kleines Brennen beim Wasserlassen gäbe, dann müsste ich ja zum Arzt und wenn ich schon einmal dort wäre, könnte man ja auch nochmal nachschauen, wie es dem Baby geht. Scheiß auf die 30 Euro extra! (Obwohl, muss man die zahlen bei einer Risikoschwangerschaft?) Wahrscheinlich werde ich mich einfach noch drei Wochen gedulden müssen, so wie alle anderen Schwangeren auch. Ist nur ganz schön schwierig, wenn man seinem Körper so rein gar nichts zutraut.
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